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Parallel Or 90 Degrees: aftersometimelater (Review)

Artist:

Parallel Or 90 Degrees

Parallel Or 90 Degrees: aftersometimelater
Album:

aftersometimelater

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: White Knight/Just For Kicks
Spieldauer: 68:31
Erschienen: 27.02.2026
Website: [Link]

„Dies ist das erste Mal, dass ich mich wirklich damit beschäftigt habe, etwas aus längst vergangenen Zeiten wiederzubeleben ... allesamt mehr als ein Vierteljahrhundert her. Ich mache das sowohl zu meinem eigenen Vergnügen als auch zu Ihrem ... aber ich versichere Ihnen, dass mein Blick fest auf Tangent 14 gerichtet ist, welches das größte und ehrgeizigste Projekt sein wird, das wir seit 'Sacre' in Angriff genommen haben.“ (Andy Tillison unter der TANGENT-Homepage zu „aftersometimelater“ von PARALLEL OR 90 DEGREES)

PARALLEL OR 90 DEGREES ist das Projekt des TANGENT-Maestros ANDY TILLISON, das er musikalisch anfangs in völligem Alleingang von zu Hause aus mit allen technischen und kompositorischen wie musikalischen Möglichkeiten anführte, bis er dann 2002 die hochgelobten TANGENT gründete. Logischerweise nahm er damals in seiner Musik im Rahmen seiner eingeschränkten solistischen Möglichkeiten schon vieles von dem vorweg, was er dann im breiten Bandkontext mit TANGENT vollendete, wobei gerade das Debüt-Album „The Music That Died Alone“ für viel Aufregung und Anerkennung in der Prog-Szene sorgte.


Für „aftersometimelater“ entschied sich Tillison dieses Mal – nicht nur ein wenig, sondern extrem intensiv – in der PO90-Vergangenheit zu wühlen und dabei kristallisierten sich drei Alben heraus:

* „The Corner Of My Room“ (1996);


** „Afterlifecycle“ (1997);


*** „The Time Capsule“ (1999).


Da Tillison nunmehr deutlich vergangenes PO90-Blut geleckt hatte, stand für ihn fest, anno 2026 unter „aftersometimelater“ eine Auswahl von Stücken besagter drei Alben völlig neu einzuspielen. Nicht remixt oder remastert – sondern tatsächlich völlig neu, was mit seinen eigenen Worten dann so klingt: „Die ursprünglichen drei PO90-Alben wurden vollständig zu Hause am Computer aufgenommen – zu einer Zeit, in der die damalige Technik längst noch nicht das zu leisten vermochte, was heute möglich und selbstverständlich ist. Schon lange wollte ich genau diese Stücke noch einmal überarbeiten und als neue Versionen auf einen Stand bringen, der sowohl mir als auch den Hörern noch mehr Freude bereiten wird. Daher sind einige Titel den Originalen sehr nah geblieben, andere wurden komplett neu gedacht.“

Noch detaillierter kann man Tillisons Ausführungen, der als Keyboarder recht offensichtlich häufig flinkfingerig in die Fußspuren eines KEITH EMERSON zu treten versucht, im Inneren des Gatefold-Digipak nachlesen.


Auch die Texte fehlen bei „aftersometimelater“ nicht und wurden in dem dazugehörigen achtseitigen Booklet verewigt.

„Blues For Lear“ beispielsweise verblüfft durch so einige unüberhörbare Parallelen zu „Englishman In New York“ von STING. Das hätte man nach einer dermaßen fetten an EMERSON, LAKE & PALMER gemahnenden Prog-Packung des Album-Openers, dem mehrteiligen, über 22 Minuten langen, epischen „The Afterlifecycle Sequencedann“ dann doch nicht erwartet. Aus Proggies Sicht ist diese filigrane Nummer (die übrigens wirklich extrem deutliche Unterschiede zum Original aufweist) vielleicht nicht bewundernswert, allerdings für alle anderen Musikfreunde durchaus beachtlich. Denn die von Tillison hier ausgewählten Aufnahmen umreißen ein breites Spektrum seiner kompositorischen Ideen und lassen eben auch die Vorbilder immer wieder erkennen.
„The Sea“ ist ein weiteres 'vorbildliches' Beispiel hierfür, da man in diesem PO90-Meer auch die „Riders On The Storm“ der DOORS tief eintauchen hört. Daraufhin tauchen sie am Album-Ende mit einer Kombination aus Progressive Rock und hymnischen Harmonien mit „Run In Rings“ wieder auf, um „aftersometimelater“ einen zusammenfassenden Abschluss zu verpassen, mit dem Tillisons PARALLEL OR 90 DEGREES beweisen, dass sie nicht etwa im Kreis laufen, sondern ihren Blick überzeugend in Richtung Zukunft richten, in der hoffentlich am Musik-Firmament der Progressive Rock, der gerne auch andere stilistische Momente unter seiner Ägide vereint, eine bedeutende Rolle spielt.

Ein komplexes FAZIT bleibt auf jeden Fall: Mit der neu eingespielten Zusammenstellung „aftersometimelater“ beweist der TANGENT-Tillison, dass er zuvor mit seiner Band PARALLEL OR 90 DEGREES schon Großes zu leisten in der Lage war, wofür er mit dieser kompletten Neueinspielung einer abwechslungsreichen Songauswahl den Beweis antritt. Zusätzlich stellt der singende Keyboarder klar: „Ein Album mit komplett neuen Aufnahmen einiger meiner Lieblingssongs aus den ersten drei Alben von PARALLEL OR 90 DEGREES. Alle wurden mit dem gleichen System und den gleichen Instrumenten wie 'Polaris' aufgenommen. Es enthält nur Songs aus den Alben 'The Corner Of My Room' (1996), 'Afterlifecycle' (1997) und 'The Time Capsule' (1999), da es möglicherweise noch ein weiteres Album für die späteren Songs geben wird. Keine Remixe! – Kein Remaster! – Völlig neue Aufnahmen!“

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 66x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • The Afterlifecycle Sequence
  • * Dead On A Car Park Floor
  • ** Afterlife What?
  • *** Gears Meshing With Dandelions
  • **** Dead On A Car Park Floor (Part 2)
  • ***** Moving Lights In A Tunnel
  • ****** Afterlife What? (Part 2)
  • Blues For Lear
  • Unforgiving Skies
  • Bedtime Routines
  • The Sea (Parallel Or 90 Degrees)
  • Run In Rings

Besetzung:

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